ADHS und Schule – Besonderheiten beachten, keinen aus dem Blick verlieren

Psychische Störungen bei Schülern sind ein Thema, das Schulen und allen voran LehrerInnen zunehmend vor Herausforderungen stellt. LehrerInnen möchten allen Schülern gerecht werden und befinden sich daher in einem Spannungsfeld: sie wollen Schüler mit Unterstützungsbedarf angemessen berücksichtigen aber gleichzeitig die anderen Schüler nicht aus dem Blick verlieren. Gerade bei Schülern mit Unterstützungsbedarf ist es außerdem nötig, im engen Austausch mit Eltern und weiteren Unterstützungspersonen wie Schulpsychologen, Sozial-Pädagogen, Erziehern u.a. zu sein. LehrerInnen können dies neben dem Unterricht jedoch kaum stemmen und kommen an Ihre Grenzen. Viele LehrerInnen sind außerdem nicht ausgebildet im Umgang mit psychischen Störungen und daher unsicher, wie sie am besten agieren können. Im Rahmen des LehrerCoaching nach dem Freiburger Modell haben wir daher einen Schwerpunkt zum Thema ADHS und Schule vereinbart, bei dem ich theoretisches und praktisches Wissen an die LehrerInnen in meiner Gruppe vermitteln und die LehrerInnen ermutige, sich auszutauschen.

Die häufigste Störung im Kindes- und Jugendalter ist die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung und LehrerInnen aller Schulformen sind in der Regel mit einem bis mehreren Kindern pro Klasse konfrontiert. ADHS-Betroffene haben Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit zu regulieren. Sie können sich bei hohem Interesse sehr gut konzentrieren, schweifen aber schnell ab, wenn es langweilig, eintönig oder weniger abwechslungsreich wird. Gerade im deutschen Schulsystem, wo langes Sitzenbleiben und stilles Arbeiten gefordert wird, kommen Schüler mit ADHS daher sehr schnell an ihre Grenzen und fallen durch impulsives und störendes Verhalten auf. Schüler mit ADHS machen dies nicht, um andere zu ärgern sondern in der Regel, um sich selbst zu aktivieren bzw. weil sie aufgrund des ADHS dominante Handlungsimpulse nicht unterdrücken können. Es ist eine Herausforderung, diese Besonderheiten zu berücksichtigen. Schüler mit ADHS wollen gerne wie alle anderen Schüler funktionieren, aber können es oft nicht, worunter schnell der Selbstwert leidet. Die Symptome lösen sich in der Regel nicht auf, sondern bleiben oft ein Leben lang bestehen und können durch eine medikamentöse Behandlung verbessert werden. Wissen über ADHS erleichtert den Umgang mit den Schülern erheblich. Gemeinsam können dann Ideen entwickelt werden, um einen guten Unterricht zu gestalten. Hierfür gibt es viele Strategien und Ideen, z.B. regelmäßige Bewegungspausen, der Einsatz von Fidget Toys, die Wichtigkeit klarer, kurzer Ansagen und Aufgabenstellungen, ein fester Ansprechpartner in der Schule u.v.m


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